Naturkatastrophe

Aktualisiert: 11. Okt 2018



Naturkatastrophen – Erdbeben und Vulkanausbruch

Es ist der 28. Oktober 2010:

Aus aktuellem Anlaß möchten wir Ihnen die derzeitige Situation bezüglich der jüngsten Naturkatastrophen in Indonesien beschreiben. Einige Paten hatten sich heute auch an uns gewandt und um Auskunft gebeten, inwieweit unsere Region in Central Java betroffen ist.

Vorweg kann ich Ihnen schon einmal sagen, dass die von uns betreute Region Banyumas nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde, worüber wir natürlich sehr glücklich sind, doch unser Mitgefühl gilt genauso der indonesischen Bevölkerung, die unmittelbar schreckliches Leid erfahren mußte.

Durch mehrere Naturkatastrophen in Indonesien kamen binnen zwei Tagen viele Menschen ums Leben. Mehr als 300 Menschen starben bei einem Erdbeben der Stärke 7,7 und dem nachfolgenden Tsunami. Hunderte werden noch immer vermißt. Zehn Dörfer wurden von drei bis fünf Meter hohen Wellen weggespült.

Weniger als 24 Stunden nach dem Beben brach auf der Insel Java der Vulkan Merapi aus und tötete Dutzende Menschen. Weitere wurden stark verletzt und kämpfen noch immer um ihr Leben. Die Behörden fürchten und vermuten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen wird, da viele Bewohner nicht mehr flüchten konnten, viele Häuser liegen brach unter einer dicken Ascheschicht und keiner weiß, wie viele Menschen noch ihr Leben lassen mußten. Nach dem Vulkanausbruch und dem Tsunami in Indonesien werden noch über 500 Menschen vermißt.

Innerhalb weniger Stunden hatten Vulkanologen am Montagabend 137 Eruptionen im Krater registriert. Lava floß und heiße Asche flog umher. Am Dienstag stoß der Vulkan drei Mal Rauch und Asche bis in 1,5 Kilometer Höhe aus. Umliegende Dörfer wurden vom Vulkanausbruch nahezu vollständig zerstört. Die unmittelbare Gegend gleicht einer Mondlandschaft. Alles ist kahl und mit einer dicken Ascheschicht überzogen.

Nach neuesten Meldungen vom heutigen Tag ist der mit einer glühenden Aschefontäne erwachte Vulkan Merapi in Indonesien erneut ausgebrochen. Der Berg schleuderte siedend heiße Lava in die Luft. Aus dem Krater stiegen dunkle Rauchfahnen auf. Über neue Opfer gibt es bisher keine Angaben. Bei dem Ausbruch vor zwei Tagen kamen bisher 34 Menschen ums Leben, obwohl die indonesischen Behörden gut 20 000 Menschen aus den Dörfern an den fruchtbaren Hängen des 2914 Meter hohen Merapi evakuiert hatten. Die meisten verbrannten durch den heißen Ascheregen oder wurden von einstürzenden Wänden erschlagen.

Der fast 3.000 Meter hohe Merapi ist der aktivste der 69 aktiven Vulkane Indonesiens und gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Indonesien befindet sich auf dem sogenannten pazifischen Feuerring, wo sich jährlich zahlreiche Erdbeben ereignen. Der Gunung Merapi „Feuerberg“ (indonesisch Gunung = „Berg“, meru = „Berg“, api = „Feuer“) liegt etwa 25 Kilometer nördlich der Großstadt Yogyakarta. Im Umkreis wohnen mehr als drei Millionen Menschen, 40.000 davon an den Hängen des Vulkans. Viele Bauern wollen ihre Felder dort nicht verlassen. Die Lage ist beliebt, weil die Vulkanerde höchst fruchtbar ist.

Was den Merapi aus der Gattung der besonders gefährlichen Stratovulkane, zu der auch der Pinatubo auf den Philippinen und der legendäre Krakatau gehören, so bedrohlich macht, sind die dicken, bis zu 1000 Grad heißen Wolken aus Asche und Gasen, die er aus den tiefsten Tiefen der Erde ausstoßen kann. Diese können sich nach Angaben von Wissenschaftlern des Vulkanforschungszentrums in Yogyakarta mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde ausbreiten.

Seit Tagen beobachten die Vulkanologen wachsende Spannungen in dem Krater. Das Magma steigt immer höher und die Hänge dehnen sich aus. Im Kraterinneren staut sich wahrscheinlich eine wachsende Gaswolke.

Der Merapi hat eine tiefe mythologische und spirituelle Bedeutung für die Menschen in Zentraljava. Der »Berg des Feuers«, so der Name des Vulkans auf Deutsch, gilt ihnen als Sitz von Göttern. Der oberste spirituelle Hüter des Merapi ist der Sultan von Yogyakarta, der ein Mal im Jahr zu dem Vulkankrater pilgert und den Feuergöttern Opfer darbringt. Im Alltag war Mbah Marijan im Auftrag des Sultans der Wächter und Beschützer des Merapi, so wie sein Vater vor ihm. Der Marijan lebte in dem Dorf Kinahrejo, nur zweieinhalb Kilometer unterhalb des Kraters. Rettungsteams hatten am frühen Dienstag-morgen den Marijan tot in seinem ausgebrannten Haus gefunden.

Im Frühjahr 2006 legte der unter Vulkanforschern als »Hochrisikovulkan« bekannte Merapi die Nerven der Menschen in den Dörfern an seinen Hängen und der nur 25 Kilometer entfernten Millionenstadt Yogyakarta blank, als er wochenlang heißen Dampf ausstieß, Asche regnen ließ und kleine Lavaströme glühend rot die Hänge hinunterflossen. Aber der große, von Vulkanologen befürchtete Ausbruch blieb aus. Statt zu explodieren schlief der Merapi nach einiger Zeit einfach wieder ein, ganz so, wie es der Marijan seinerzeit vorhergesagt hatte.

Die Frage aber ist, wie lange es die Menschen in den Not-Lagern aushalten. Im Jahr 2006 waren viele nach einigen Tagen aus Sorge um ihr Vieh und ihre Felder tagsüber in ihre Dörfer zurückgekehrt. Aber dieses Mal ist die Angst vor den Naturgewalten doch größer. Zu frisch ist die Erinnerung an das, was kurz nach dem Einschlafen des Merapi passierte: am 27. Mai 2006 bebte am Fuße des Merapi und in Yogyakarta die Erde. Mehr als 6000 Menschen kamen ums Leben. Bei dem letzten Ausbruch im Jahr 2006 hatte sich das Gas mit einer Fontäne entladen und Gerölllawinen ausgelöst.

Dieser Merapi stellt für mich selbst auch einen Bezugspunkt dar, da ich genau im Jahr 2006, kurz nach dem Ausbruch, den Vulkan besucht hatte und auf dem ausgekühlten Lavafeld stand. Um mich herum kahle und niedergebrannte Bäume, vollkommen zerstörte und unter einer enormen Geröllschicht verschüttete Häuser und überall weißgraue Asche und ein noch immer aufsteigender Salpetergeruch. Nicht nur die Höhe machte einem zu schaffen, sondern auch dieser beißende Geruch, den man selbst unter einer Mundmaske noch spürte.

Als ich selbst an diesem Ort war, konnte ich kaum glauben, was wirklich hier passiert war. Ich weiß noch genau, was ich zu meinen indonesischen Freunden gesagt hatte: „…Die Natur kann so schön sein, doch auch so gefährlich….“

Deshalb gehen mir diese Bilder sehr nahe. Ich habe auch einen guten Freund, ein Deutscher, der in Yogyakarta lebt und auch da macht man sich dann Gedanken. Zum Glück hat er sehr schnell auf meine E-Mail reagiert und so wußte ich, dass ihm und seiner Familie nichts passiert ist. Er hat mir jedoch gesagt, dass noch immer die Erde täglich mehrfach bebt und der Vulkan noch nicht aufgegeben hat. Er brodelt weiter und im schlimmsten Fall kommt es zum großen Ausbruch. Daran möchte man gar nicht denken, da weiteres Elend und viele weitere Tote das Ergebnis wären.

Hoffen wir, dass sich der Merapi beruhigt. Ganz ruhig und Entwarnung wird es jedoch nie geben, aufgrund der Beschaffenheit der Natur in diesem Gebiet unserer Erde.

Liebe Grüße, Ihr Mike Alsdorf Kinderhilfe Indonesien e.V.



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